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Was ist Huforthopädie

Praktizierte Huforthopädie heißt heute meist, mit langjährig
verschleppten Hufproblemen konfrontiert zu werden. Viele Pferdebesitzer
erkennen erst nach einer langen Odyssee, dass Reparaturen, technische
Hilfsmittel und großangelegte Operationen die falsche Wahl
für die Gesundung Ihres Pferdes waren.
Ausgangspunkt für
die Probleme an der Gliedmaße des
Pferdes ist häufig ein bedenkenloser Umgang mit dem Huffundament.
Schiefgelaufene Hufe werden zu den regel- bis unregelmäßigen
Bearbeitungsterminen gerade geschnitten, Hornrisse geklammert,
Spalten herausgefräst und für alle Schwierigkeiten
soll als Gehkrücke das altbewährte Eisen herhalten.
Die Auswirkungen solcher Manipulationen auf die Hornkapsel sowie
auf die Sehnen, Bänder und Gelenke werden konsequent nicht
bedacht.
Wesentlich bekömmlicher für die Gliedmaßengesundheit
ist eine Hufbearbeitung, die die auf den Huf einwirkenden Formkräfte
zu nutzen weiß und die so auf direkte und abrupte Stellungsmanipulationen
verzichten kann. Huforthopädische Arbeit am Huf heißt werden
lassen . Das Prinzip ist, den Huf so zu bearbeiten,
dass er seine physiologische Form behält bzw. - sollte er
diese schon verloren haben - dass er sich in eine optimale Belastungssituation
zurücklaufen kann. Huforthopädie nutzt dabei die Kräfte,
die den Huf tagtäglich formen und verformen. Neben der Steuerung
des Hornabriebs, die nicht wie üblich in einem verspäteten
manuellen Kürzen der von Hornabrieb relativ verschonten
Hornwände, sondern in einer vorbeugenden Forcierung des
Abriebs an eben diesen Stellen besteht, arbeitet die Huforthopädie
mit der Ausschaltung ungünstiger und der Herstellung günstiger
Hebel am Huf. Negative Wirkungen des Bodengegendrucks werden
damit minimiert, positive im Gegenzug aktiviert. In dieser Weise
schafft Huforthopädie mit ihrer Arbeit am Huf jeweils von
neuem die Ausgangsbedingungen für eine positive Formveränderung
des individuellen Hornschuhs wodurch eine langsame Rückführung
in eine physiologische Hufform möglich wird.
Die huforthopädische
Nutzung der Formkräfte setzt
einen Barhuf voraus.
Es spricht nichts gegen einen Hufschutz an
einem physiologisch geformten Huf, wenn es darum geht, zu hohen
Abrieb zu vermeiden. Der Einsatz von Hufbeschlägen zum Zwecke der Therapierung
unphysiologischer Hufzustände ist jedoch aus huforthopädischer
Sicht abzulehnen, da hiermit die Untauglichkeit des Hufes lediglich
ausgeglichen (Gehkrücke) und nicht beseitigt wird.
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