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Kleine Geschichte der Deutschen Huforthopädischen Gesellschaft e.V.
Im Oktober 2000 gründeten 21 idealisierte Pferdebesitzer die DHG als Verein zur Förderung einer pferdegerechten Hufbearbeitung. Nahezu alle hatten am eigenen Pferd ihre negativen Erfahrungen mit der herkömmlichen Hufbearbeitung gemacht und waren bei der Suche nach einer besseren Hufbearbeitung auf Jochen Biernat gestoßen. In dem Willen, den revolutionären Ansatz von Jochen Biernat in die Welt zu tragen, schloss man sich zusammen.
Die Vereinsgründung verfolgte also von Anbeginn an den ganz und gar nicht bescheidenen Zweck, die huforthopädische Bearbeitung des Pferdehufes (siehe Was ist Huforthopädie) zum gängigen Standard der Hufbearbeitung zu machen. Das bislang noch unsystematisch vorliegende Wissen sollte in diesem Sinne weiterentwickelt und verbreitet werden. Getragen vom Idealismus der Mitglieder wurden hierfür Texte verfasst, Infoblätter und Broschüren erstellt, Messeauftritte mit Vorführungen organisiert, eine eigene Website - zur Internationalisierung zusätzlich mit englischen Übersetzungen - angelegt, ein Internetforum sowie ein Info-Telefon für Fragen zu Hufproblemen eingerichtet, und auf allen nur möglichen und zugänglichen Wegen geworben. Als die beste Werbung erwiesen sich dabei die Erfolge bei der Hufbearbeitung. Alle Mitglieder nahmen weite Wege auf sich, um Problemfälle zu betreuen. Immer wieder entschlossen sich dankbare Pferdebesitzer dazu, selbst Huforthopäde zu werden, um in der Folge selber auch wieder Pferden zu gesunden Hufen zu verhelfen. Der Bedarf nach huforthopädischer Bearbeitung wuchs indes weit schneller als das verfügbare Angebot an ausgebildeten Huforthopäden. Die Ausbildung fand zunächst ausschließlich in Rheinland-Pfalz am DIfHO von Jochen Biernat statt, wobei die Zwischen- und Abschlussprüfungen zum Huforthopäden von der DHG e.V. abgenommen wurden. Seit 2005 hat die DHG e.V. in ihrer „Lehranstalt für Huforthopädie“ (LfH) an Standorten in Bayern, Sachsen und ab Anfang 2006 auch in Schleswig-Holstein die Ausbildung selbst übernommen.
Ein entscheidender Schritt zur Systematisierung und Verbreitung des Wissens war die Veröffentlichung des Buchs „Die neue Huflehre“ im Februar 2003. Darin haben Jochen Biernat und Konstanze Rasch die wichtigsten Hufprobleme und Hufkrankheiten in Entstehen und Auswirkung und die Grundzüge ihrer erfolgreichen Behandlung dargestellt. Huforthopädie wurde damit für einen wachsenden Kreis von Pferdebesitzern zum Begriff. Viele Besitzer erkannten erstmals die Deformationen an den Hufen ihrer Pferde und begannen sich über den Zustand ihrer Hufe und über die bisher erfolgte Bearbeitung, die zu diesem geführt hatte, Gedanken zu machen.
Im Sommer 2005 musste sich die DHG e.V. aufgrund unüberbrückbarer Differenzen von ihrem Gründungspräsidenten Jochen Biernat trennen, der nicht bereit war, den Kampf gegen das geplante Hufbeschlagsgesetz aufzunehmen und dessen wirtschaftliche und private Interessen mit dem Vereinszweck konfligierten.
Die huforthopädischen Bearbeitungsweisen werden inzwischen bundesweit sowie in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Belgien, Dänemark, Ungarn und auf den Azoren an Tausenden von Pferden umgesetzt. Es gibt einen soliden Grundstock an Kenntnissen, die sich in der Praxis bewährt haben und deshalb Gegenstand von Ausbildung und Prüfungen sind. Darüber hinaus gibt es natürlich noch ausreichend weiße Flecken in Sachen Pferdehuf, die der Entdeckung harren. Die Erfahrungen unserer aktiven Mitglieder über die kurz- und langfristigen Wirkungen unserer Arbeit bei verschiedenen Hufsituationen tragen entscheidend zur Erweiterung des huforthopädischen Wissens bei. Der geballte Erfahrungsschatz der praktizierenden Huforthopäden findet Lösungen auch für bisher unbekannte Phänomene. Ständiger Erfahrungsaustausch in der DHG e.V. ist deshalb ein wesentliches Moment allgemeiner Partizipation an den Entdeckungen der Praxis. Die DHG e.V. organisiert diese Zusammenarbeit und den Zusammenhalt ihrer Mitglieder und damit die Entwicklung der Huforthopädie.
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