Vorgeschichte:
Herr Robi ist ein 11 jähriger Mecklenburger Wallach und lebt in einem Offenstall mit Weideanschluß.
• 03/2001 - Kauf des Pferdes im Alter von 4 Jahren (geb. 03/1997), Robi lief zum damaligen Zeitpunkt seit drei Monaten unter dem Sattel und war unbeschlagen. Allerdings gab es eine deutliche Fehlstellung des linken Vorderbeins (ab dem Fesselgelenk deutlich nach innen verdreht). Dem entsprechend lief (und läuft) er auch.
• bis 11/2002 - Robi steht tagsüber auf einer großen Graskoppel und nachts im Stall. Er wird fast täglich geritten (Halle, Reitplatz, Gelände) und läuft weiterhin barhuf. Hufbearbeitung durch verschiedene "Schmiede". Alle haben Bearbeitungsintervalle von ca. 8 Wochen und kürzen bei jedem Termin den Huf deutlich. Fast immer kann das Pferd danach ca. ein bis zwei Tage nicht geritten werden. Auf Stellungsprobleme des Pferdes wird nicht eingegangen. Der Huf wird einfach stets "in Form geschnitten".
• 12/2002 - 02/2003 erste Fesselträgerentzündung. Robi steht ganztags in einer Box und darf nur kontrolliert im Schritt auf hartem, ebenem Boden bewegt werden. Korrekturbeschlag der Vorderhufe durch Tierklinik (mit Keilen am Ballen und zusätzlich einem Steg, um den Fesselträger zu entlasten und ein gleichmäßiges Auffußen auch bei unebenem Boden zu gewährleisten). Beschlag wird in 03/2003 abgenommen. Barhufe werden vorerst weiter vom Klinikschmied bearbeitet. Erste Hinweise, dass speziell auf das Stellungsproblem der Vorderbeine eingegangen werden muss. Trotz Einwand der Besitzerin, dass das Pferd mit Eisen vorne besser (flüssiger) auf hartem Boden läuft, empfiehlt der Klinikschmied, das Pferd weiterhin barhuf laufen zu lassen.
Mitte/Ende 2003 der Klinikschmied geht in Rente. Haus-TA (nicht der aus der Klinik, der den Fesselträgerschaden behandelt hat) empfiehlt beim Impftermin, das Pferd beschlagen zu lassen (Klinik-TA war übrigens der gleichen Meinung wie der Klinikschmied). Laut Haus-TA sollte speziell die Zehe der Vorderhufe gekürzt werden, um ein leichtes "Abrollen" zu ermöglichen und so den Fesselträger dauerhaft zu schonen. Außerdem wird ein Beschlag der Hinterhufe empfohlen, "wenn das Pferd dann besser laufen kann". Robi steht zu dieser Zeit (und bis heute) im Offenstall, anfangs mit großer Graskoppel, seit 2007 nur noch mit leicht bewachsenem Erde-/Sand-Auslauf.
• bis 05/2008 - Kunststoffbeschlag (Trotters) auf allen 4 Hufen. Bearbeitungsintervalle 8-12 Wochen (teilweise bis zu 14 Wochen). Bei jeder Bearbeitung werden die Zehen stark gekürzt. Nach dem Schmiedetermin kann das Pferd ca. 2-3 Tage nicht geritten und danach weitere 2-3 Tage nur leicht bewegt werden. Teilweise läuft das Pferd für ca. eine Woche gar nicht mehr, braucht Boxenruhe und Schmerzmittel. Der Haus-TA findet das zwar "bedauerlich", aber irgendwie doch nützlich im Sinne der Sache. Er verweist jedes Mal auf die schönen, kurzen Zehen, mit denen das Pferd jetzt super abrollen könnte.
Außerdem stellt der Schmied jedes Mal das linke Vorderbein "gerade hin", indem er die Innenseite stärker kürzt als die Außenseite. Dies wird ebenfalls vom Haus-TA befürwortet. Es folgt eine zweite Fesselträgerentzündung.

Robi 5. Juni 2008


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Ende 05/2008 - Umstellung auf Barhuf, nachdem das Pferd in Folge des letzten Kunststoff-Beschlags mit den Hinterfüßen überkreuz unter den Körper fußt. Haus-TA vermutet krankhafte Veränderungen der Knochen in den Hintergliedmaßen und schlägt Röntgen-Rundum-Check vor. Zweit-TA diagnostiziert massive Verspannungen im Bereich der LWS sowie eine leichte Fesselträgerreizung hinten rechts. Er empfiehlt, das Pferd physiotherapeutisch zu behandeln und die Hufsituation zu verändern. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, in der pommerschen Einöde einen guten Schmied zu bekommen, stößt die verzweifelte Besitzerin im Internet auf die Seiten der DHG und eine Huforthopädin in der Nähe.
Anmerkungen der Besitzerin zur Umstellungsphase auf Barhuf: „Die Umstellung hat uns keinerlei Probleme bereitet. Obwohl wir die ersten drei Wochen nur kurze Runden auf Beton bzw. auf dem Reitplatz (fester Rasenplatz) gelaufen sind, hatte ich nie das Gefühl, dass Robi nicht laufen mag. Reiten habe ich in der Zeit nicht ausprobiert, wäre aber nach ca. einer Woche und auf dem Reitplatz (nicht gleich ins Gelände) wahrscheinlich gut möglich gewesen. Im Zusammenhang mit Physiotherapie, Sattelwechsel und Barhuf-Umstellung hat sich die Bewegungssituation des Pferdes wieder normalisiert. Robi fußt jetzt mit den Hinterhufen wieder gerade unter den Schwerpunkt. Außerdem fällt auf, dass er sich viel freier und schwungvoller bewegt als früher. Das alles ist sicher nicht alleine das Ergebnis der Barhuf-Umstellung, aber mit Sicherheit hat diese einen entscheidenden Anteil dazu beigetragen."

Robi 20. August 2008 - zum Vergrößern die Bilder anklicken
Natürlich sind Robi’s Hufe nach zweieinhalb Monaten noch nicht in einer optimalen Verfassung, aber sie sind auf dem besten Weg, ihm von nun an ein lahmfreies Pferdeleben zu ermöglichen. Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen.
Neues von Herrn Robi, Stand 11/08
Robi wird weiterhin viel geritten und läuft gut.
Robi im November 2008 - zum Vergrößern die Bilder anklicken |
Und wie geht’s eigentlich Herrn Robi? Stand 03/09 Robi geht es unverändert gut. Er wird nun fast täglich geritten und die Hufe entwickeln sich prächtig.
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| Robi im März 2009 - zum Vergrößern die Bilder anklicken |
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