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Rocky, 13 Jahre, ist seit Juni 2001 bei seiner jetzigen Besitzerin. Er lebt in Offenstallhaltung und wird in der Regel mindestens 4x pro Woche bewegt (Reiten auf Reitplatz oder ins Gelände, Bodenarbeit oder Spazierengehen). Im Frühsommer der Jahres 2006 fiel seiner Besitzerin auf, dass Rocky „irgendwie unsauber“ lief. Am 22. Mai 2006 hatte Rocky dann einen deutlichen Reheschub. Die Ursache blieb im Dunkeln, Vermutungen gingen in Richtung Vergiftung (vom Nachbarn über den Zaun geworfenes schimmliges Brot) oder Impfschaden. Rocky bekam vom Tierarzt Equipalazone sowie Grasentzug verordnet. Die Besitzerin, die sich selbst in der Ausbildung zur Tierheilpraktikerin befand, behandelte zusätzlich mit Reiki und verschiedenen homöopathischen Mitteln. Rocky erholte sich, so dass er bald wieder spazieren gehen konnte und dann auch wieder geritten wurde.
Ende Juli 2006 begann Rocky erneut zu lahmen. Der Tierarzt schloss diesmal Hufrehe aus und vermutete eine Trittverletzung durch ein anderes Pferd, da eines der Vorderbeine leicht angelaufen war. In der Folge wechselten Phasen der Lahmheit mit lahmheitsfreien Phasen, ohne dass eine Ursache dafür gefunden wurde.
Ende August 2006 übernahm eine erfahrene Tierheilpraktikerin Rockys Behandlung. Diese empfahl, einen Huforthopäden zu konsultieren.
Ende September 2006 wurden Rockys Hufe erstmals huforthopädisch behandelt. Die Hufe zeigten deutliche Spuren des überstandenen Reheschubs. Die Vorderhufe, die vom Rehegeschehen stärker betroffen waren, waren zudem gezeichnet von massiven Hufgeschwürprozessen. In diesen vermutete die behandelnde Huforthopädin auch die vorrangige Ursache der immer wiederkehrenden Lahmheit. Die deutliche Faltenbildung über die gesamten Hufwände wies überdies darauf hin, dass die Hufe bereits vor dem erlittenen Reheschub stark hebelnde Wände aufwiesen. Diese hatten den Ausbruch der Rehe in jedem Fall begünstigt.

linker Vorderhuf |

rechter Vorderhuf |

linker Hinterhuf |

rechter Hinterhuf |
Die Huforthopädin wies die Besitzerin darauf hin, dass weitere Probleme aufgrund des Hufzustandes zunächst nicht ausgeschlossen werden können. Die Verbindung zwischen Hufbein und Hornwand war in den Zehen- und Seitenwandbereichen der Vorderhufe massiv beschädigt und mit Fäulnis besetzt. Bereits am Tag nach der ersten Hufbearbeitung machte sich der aktive Hufgeschwürprozess erneut schmerzhaft bemerkbar. Das zeitliche Zusammentreffen der Hufbearbeitung und die neuaufflackernde Schmerzhaftigkeit der Hufgeschwürprozesse war in diesem Moment sicher nicht zufällig. Durch das erfolgreiche Ausschalten der starken Hebel in den Hufwänden, konnte sich das Abprodukt der Fäulnisbakterien hinter einer Wand ansammeln und schmerzhaften Druck auf die Wandlederhaut ausüben. Kernseifenbäder und die Verabreichung passender homöopathischer Mittel lösten das Problem innerhalb kurzer Zeit. Am rechten Vorderhuf verteilte sich das Mazerationsprodukt hinter der Hornwand, so dass der Druckschmerz nachließ. Am linken Vorderhuf verschaffte sich der Hufgeschwürprozess einen Ausgang am Kronsaum.

Linker Vorderhuf am 7. Oktober 2006
In der Folge wurden Rockys Hufe in 4-wöchigen Abständen huforthopädisch bearbeitet. Noch ein weiteres Mal machten sich die Hufgeschwüre kurzzeitig schmerzhaft bemerkbar. In der übrigen Zeit lief Rocky problemlos, so dass er schon kurz nach Beginn der Behandlung wieder gearbeitet werden konnte. Zusätzlich zur huforthopädischen Sanierung der Hufe achtete Rockys Besitzerin auch streng darauf, dass Rocky abspeckte.

Rocky im September 2006 |

Rocky im Juli 2007 |
Das nachwachsende Horn schloss die durch den Reheschub verloren gegangene Verbindung zwischen Hufbein und Hornwand, so dass Rockys Hufe im Juli 2007 bereits wieder eine geschlossene Blättchenschicht von annähernd normaler Breite aufwiesen. Lediglich die leichten Verfärbungen in der Blättchenschicht künden noch von den überstandenen Problemen.

linker Vorderhuf |

rechter Vorderhuf |

linker Hinterhuf |

rechter Hinterhuf |
Zum letzten hier dokumentierten Bearbeitungstermin hatte Rockys Besitzerin bereits selbst einen Huf (hinten rechts) bearbeitet. Sie hatte in der Zwischenzeit einen Wochenendhufkurs für Pferdebesitzer besucht, um sich das nötige Basiswissen zum Thema Huf anzueignen. Nach einer gewissen Anlern- und Kontrollzeit wollte die Besitzerin die Bearbeitung von Rockys Hufen aus Kostengründen gern selbst in die Hand nehmen. Da Rocky mittlerweile über völlig unproblematische Hufe verfügte, stand diesem Wunsch nichts mehr im Wege. Damit das allerdings auch in Zukunft so bleibt, lässt sie ihre Arbeit und die Entwicklung der Hufe in regelmäßigen Abständen von ihrer Huforthopädin kontrollieren.
Entwicklungsverlauf der Hufe von Rocky vom September 2006 bis Juli 2007:
(fotografiert jeweils vor der Bearbeitung)
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