Oktoberfestaktion
Zu Beginn des Oktoberfests ziehen die Wirte
mit prachtvollen Gespannen ein. Die mächtigen Kaltblüter
sind herausgeputzt, das in- und ausländische Volk
drängt heran, um sich mit den schönen Tieren
fotografieren zu lassen. Hätten wir diesem Aushängeschild
der Münchner Brauereien nur nie auf die Füße
geblickt! Der Hufzustand dieser Pferde ist traurig – und
zwar durch die Bank. Es gibt graduelle Unterschiede zwischen
den Brauereien, aber wir haben kein einziges Pferd mit
gesunden Hufen gefunden. Das Spektrum reicht von gepflegt
unphysiologischen Hufformen bis hin zu chronisch kranken
und akut behandlungsbedürftigen Hufzuständen.
Bislang ist diese Tatsache leider niemandem aufgestoßen.
Die DHG e.V. hat die Hufzustände dokumentiert. Uns
geht es damit jedoch nicht um eine Anklage der Oktoberfestzunft,
sondern darum, den allgemein schlechten Hufzustand der
Pferde überhaupt in den Blickpunkt des öffentlichen
Interesses zu rücken. Man kann diese Zustände
auf jeder x-beliebigen öffentlichen Pferdemassenveranstaltung
finden. Hiervon kann sich jeder Besucher solcher Veranstaltungen
selbst ein Bild machen, sofern er zukünftig seinen
Blick vom wohlgefälligen Exterieur hinab auf die Füße
der Tiere senkt. Dass diese Hufzustände nicht mehr
als normal angesehen werden, ist die Grundvoraussetzung
dafür, dass Pferdebesitzer einen solchen Umgang der
Fachwelt mit den Hufen ihrer Pferde nicht mehr dulden.
Die Fachwelt selbst, vertreten durch den Amtstierarzt,
einen Fachtierarzt für Pferde und einen Innungsmeister
der Hufschmiede, blieb von unseren Bilddokumenten unbeeindruckt:
Man entdeckte lediglich einzelne Mängel in der Hufpflege
und keinerlei Handlungsbedarf. Dies und die Reaktionen
einiger (empörter) Gespannbesitzer sind hier ebenfalls
nachzulesen.
Wir haben uns bemüht, so viele Hufe wie möglich
zu erfassen – ohne irgendeinen Gespannhalter vernachlässigen
zu wollen und ohne unsere Vorliebe für das eine oder
andere Bier zum Argument zu machen. Leider gab es viel
Gedränge, die Lichtverhältnisse waren nicht immer
ideal und irgendwann waren unsere Filmvorräte am Ende.
Aber wer sich die Galerie von ca. 250 Bildern ansieht,
findet einen repräsentativen Querschnitt über
fast alle Brauereigespanne (für PAULANER hat es leider
nicht mehr gereicht). Wir haben uns ausdrücklich nicht
auf „Highlights“ kapriziert, sondern wollten
den in der Tat dramatischen Gesamtzustand dokumentieren.
|
|
|